Corona: An oder mit oder gar nicht? Die „Schwurbler“ hatten recht

Corona: An oder mit oder gar nicht? Die „Schwurbler“ hatten recht


75 Prozent der „Covid-Patienten“ waren laut dem Klinik-Konzern Helios gar keine.

Corona: An oder mit oder gar nicht? Die „Schwurbler“ hatten recht

Von Thomas Maul

Mit Bericht vom 23. März 2022 sind die Helios-Kliniken nach 2 Jahren Pandemie erstmalig in der Lage, zwischen „wegen Lungen- und Bronchialerkrankung behandelten“ und „bloß positiv getesteten“ Patienten zu unterscheiden. Welt-Journalist Tim Röhn hatte darauf aufmerksam gemacht (hier auf Twitter, die Welt vom 24. März hier). Der Helios-Bericht findet sich hier. Damit wird abermals bestätigt, was Kritiker der Maßnahmen seit März 2020 – nicht zuletzt auch auf Achgut.com – immer wieder vorgebracht haben. Blicken wir aus diesem Anlass noch einmal zurück:

Surreales Zahlentheater

Die sogenannte Corona-Krise hatte von Beginn an etwas zutiefst Surreales. Denn auf der einen Seite war jedem Menschen – ob Normalbürger, Mediziner oder Epidemiologe – klar, dass es gesundheitspolitisch einen Unterschied ums Ganze macht, ob man im Zusammenhang einer corona-bedingten schweren Lungen- und/oder Bronchialerkrankung (Covid-19) stirbt bzw. deswegen im Krankenhaus oder auf Intensivstation behandelt wird, oder ob man aufgrund anderer Ursachen stirbt bzw. behandelt wird, und nur zufällig positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde und dabei entweder gar keine oder nur milde Symptome (Schnupfen, Husten) ausbildete. Ersteres ist für die Einschätzung des Bedrohungspotenzials einer Infektion wesentlich, zweiteres vollkommen irrelevant.

Es ist daher evident, versteht sich von selbst, dass beide Befundvarianten („an“ und „mit“) gerade nicht zusammengewürfelt gehören, insbesondere, wenn grundrechtseinschränkende Maßnahmen sich auf entsprechende Zahlen berufen. Angesichts dieser Selbstverständlichkeit war es zumindest anfangs bis zu einem gewissen Grad nur natürlich und nachvollziehbar, wenn Politiker, Journalisten und die meisten Bürger sich nicht vorstellen konnten oder glauben wollten, die Regierung, ihre Behörden (RKI, Gesundheitsämter) und Krankenhäuser würden vorsätzlich gegen jede medizinische und rechtliche Evidenz verstoßen, also mit gesunden Menschen und Patienten, die nichts mit Covid zu tun haben, die Corona-Zahlen in die Höhe treiben, um Freiheitsrechte einzuschränken.

Auf der anderen Seite konnte sich etwa das RKI gleichzeitig ganz offen zu dieser irrsinnigen Zählweise bekennen, weil u.a. die WHO das genau so vorgegeben hatte. Als „Covid-19-Fall“ (also Betroffener einer schweren Lungenentzündung) hatte jeder positive PCR-Test gezählt zu werden, und zwar – wie es auf den Seiten des RKI – „In Einklang mit den internationalen Standards der WHO und des ECDC“ – heißt: „unabhängig [!] vom Vorhandensein [!] oder der Ausprägung [!] einer klinischen Symptomatik“. (Siehe dazu auch: hier)

Das Surreale bestand also darin, dass die einen sich nicht vorstellen konnten und nicht glauben wollten, dass die anderen tatsächlich genau das tun würden, was sie selbst über ihr Vorgehen sagen, weshalb jeder Hinweis auf diesen Betrugs-Tatbestand ins Reich der Verschwörungstheorie und Schwurbelei verbannt wurde.

Groteske Rechtfertigungen

Inzwischen hat das Surreale groteske Züge angenommen: Irgendwann sickerten Teile der unermüdlichen Kritik unabhängiger Medien wie Achgut.com dann doch einmal in den Mainstream – und die Verantwortlichen ließen sich zu Rechtfertigungen ihres Handelns und ihrer Methoden herab. Als sie dann auch mit der unbelegten Versicherung nicht mehr durchkamen, die Fälle positiver PCR-Tests ohne schwere Symptome wären so marginal, dass ihr Einfluss auf die Zahlen zu vernachlässigen sei, als also nach konkreten Belegen gefragt wurde, nach dem genauen Anteil von „an“ und „mit“, gingen die „Experten“ recht unverfroren mit ihrer Inkompetenz hausieren, als spräche diese für die offizielle Pandemie-Politik.

Aktuelles Beispiel ist die jüngste öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses zum Infektionsschutzgesetz im Bundestag vom 14. März 2022 (vgl. dazu Ulrike Stockmann auf achgut.com).

Auf die Frage: „Sie haben von positiv getesteten Patienten in den Krankenhäusern gesprochen. Stimmt es, dass Sie nach zwei Jahren Corona immer noch nicht erfassen und wissen, wie viele Krankenhauspatienten wirklich ursächlich wegen Corona in den Krankenhäusern liegen?“ – antwortet der Präsidenten der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft (DKG), Ingo Morell, wie folgt:

„Also erstens, kann man sagen, nach zwei Jahren, da müssen wir uns die ganzen zwei Jahre angucken – wann sollten wir wie was erfassen? Und, ich gebe die Frage zurück, wie wollen Sie das ganz genau messerscharf trennen, ob einer wegen Covid oder mit Covid und so weiter ins Krankenhaus kommt? Derzeit werden grob schon die Dinge erfasst, aber natürlich nicht von Anfang an. Nicht innerhalb der ersten zwei Jahre (…)“

Gernot Marx von der DIVI antwortet auf dieselbe Frage:

„Insbesondere im Bereich der Intensivmedizin kann man nicht unterscheiden, ob ein Patient mit oder wegen Corona (eingeliefert) ist, weil Covid-19 immer erstmal einen erhöhten Aufwand bedeutet für die betreuenden ÄrztInnen und Pflegekräfte, also das gesamte Team, und zweitens Covid-19 immer (…) ein auch aufs Leben bedeutsamer Faktor ist und deswegen kann man hier keine Unterscheidung treffen.“

Man habe also am Anfang etwas nicht gemacht, und dieser Anfang umfasse zwei Jahre, und man macht es immer noch nicht, weil man entweder nicht „ganz genau messerscharf trennen“ könne (DKG) oder es ohnehin dasselbe, also „immer bedeutsamer Faktor“ sei (DIVI), ob jemand wegen einer schweren Lungenentzündung behandelt wird oder keine hat.

In Wirklichkeit ist es für einen behandelnden Arzt natürlich nicht so schwierig, herauszufinden, ob er seinen positiv getesteten Patienten wegen einer schweren Lungenentzündung behandelt oder wegen eines Hüftbruchs. Auch, dies zu notieren und darauf basierend entsprechende Statistiken zu erstellen, wäre keine allzu große Herausforderung.

Die Wirklichkeit und das angeblich Unmögliche

Rund eine Woche nach dieser Anhörung haben die Helios-Kliniken also getan, was nach DKG und DIVI nicht möglich ist: Für die „Covid-Patienten“ auf ihren Normal- und Intensivstationen herausgefunden, wie hoch zwischen Januar und März 2022 der Anteil derer war, die gar keine echten „Covid-Patienten“ sind: Er ist in diesem Zeitraum angestiegen von 50% auf 75%.

Auch die Helios-Kliniken hätten dieses Verhältnis selbstverständlich von Anfang an eruieren und veröffentlichen können. Man kann nur spekulieren, warum sie es nicht getan haben. Folgendes dürfte eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben: Einerseits zeigten sämtliche Helios-Veröffentlichungen für 2020 und 2021 eine kontinuierliche Unterbelegung der Betten (wie übrigens auch die Daten der Initiative Qualitätsmedizin, zu der die Helios-Kliniken als Gründungsmitglied gehören), dennoch haben die Kliniken für ihre Aktionäre andererseits die „höchste Dividende seit Bestehen des Konzerns ausgeschüttet.“ (Schrappe, MDR). Nichts Genaues wissen zu wollen, das ist für viele die Geschäftsgrundlage.

Nachdem Dr. Gunter Frank am 24. November 2020 für Achgut.com über die durch Daten der Initiative Qualitätsmedizin bestätigte Unterbelegung mit großer Resonanz berichtet hatte, fühlte sich Francesco De Meo, der sowohl den Helios-Kliniken als auch der Initiative vorsteht, bemüßigt, davor zu warnen, dass seine Zahlen von rechten Coronaleugnern benutzt werden (hier).

 

Zuerst veröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: AchGut
Bild Quelle: Archiv


Sonntag, 27 März 2022

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