«Ich möchte die Impfschäden nicht wegräumen»

«Ich möchte die Impfschäden nicht wegräumen»


Felix Steingässer arbeitet seit über 20 Jahren als Krankenpfleger in Deutschland. Der 48-Jährige erzählt von seinen Beobachtungen mit Covid-Impfnebenwirkungen, von Albträumen – und weshalb er seinen Beruf verlässt.

«Ich möchte die Impfschäden nicht wegräumen»

Ein Beitrag von mediside.ch

Examinierter Krankenpfleger, ehemaliger Pflegedienstleiter, derzeit in der häuslichen Intensivpflege tätig. Bereits ab der 11. Schulklasse in der Pflege. Systemrelevant bis zum 15.03.2022 – nach 30 Jahren Berufung.

Das steht auf dem Facebook-Profilbild von Felix Steingässer. Der 48-Jährige ist ungeimpft. Damit gehört er im Bundesland, in dem er lebt, zu einer Minderheit: In Schleswig-Holstein sind etwa 80 Prozent der rund 2,9 Millionen Einwohner mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft.

Als freiberuflicher Krankenpfleger, der in der häuslichen Intensivpflege tätig ist, muss Steingässer bis zum 15. März 2022 vorweisen können, dass er vollständig geimpft oder kürzlich genesen ist. So sieht es die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht in Deutschland vor (s. Box).

Da sich der Krankenpfleger bis dann aber wohl nicht mit Sars-CoV-2 infiziert, kann er keinen Genesenennachweis vorlegen und müsste sich deshalb impfen lassen. Wenn er dies nicht tut, müssten ihn seine Auftraggeber dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Seine Auftraggeber müssten dem Amt mitteilen, ob es die Situation zulässt, auf den Krankenpfleger verzichten zu können oder nicht. Das Gesundheitsamt könnte daraufhin eine Weiterbeauftragung untersagen – dies würde sein berufliches Aus bedeuten.

Steingässers Entschluss steht fest: Er verlässt seinen Beruf. «Was ich alles an Krankheiten nach der Covid-Impfung sehe, die da aufkeimen und losgetreten werden, das ist mir so zuwider. Ich möchte die Impfschäden nicht wegräumen», sagt der 48-Jährige. Erst habe er sich von deutschen Politikern als Mörder beschimpfen lassen müssen, weil er sich nicht impfen lassen wolle, und nun solle er den Kopf hinhalten?

Die Stationsküche – dort, wo alles begann
Rund 30 Jahre war Steingässer bis dahin in der Pflege tätig. Mit 15 Jahren fing er neben der Schule an, in der Stationsküche eines Pflegeheims zu arbeiten – das war 1988. Mit 17, noch während er sich für das Abitur vorbereitete, wechselte er in die Pflege. Von 1996 bis 1999 absolvierte er die Ausbildung zum Krankenpfleger.

Seine erste Arbeitsstelle führte ihn nach Hamburg, ans Querschnittgelähmten-Zentrum des Unfallkrankenhauses Boberg. Danach arbeitete er unter anderem in der Familienpflege, auf einer Wachkomastation, in verschiedenen Seniorenzentren sowie in der ambulanten Intensivpflege. In vier Einrichtungen hatte er während mehrerer Jahre die Pflegedienstleitung beziehungsweise die stellvertretende inne.

Seit 2015 kümmert sich Steingässer als freiberuflicher Krankenpfleger um Menschen, die eine intensivpflegerische Betreuung benötigen. Es sind oft Menschen mit unheilbaren Krankheiten. Sie leiden etwa an einer schweren Erkrankung des Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose) oder sind von der Muskelerkrankung Duchenne betroffen. Steingässer pflegt die Patienten in ihrem eigenen Zuhause – in der Regel verbringt er pro Tag zwölf Stunden bei einem Patienten. Zwischendurch kann er sich aber auch immer mal wieder zurückziehen. «Früher, als ich noch nicht freiberuflich tätig war, kümmerte ich mich um 20 Pflegepatienten und war zusätzlich für die Medikamentengabe der 75 Heimbewohner zuständig – ich musste überall gleichzeitig sein und rannte von einem zum nächsten. Es tut gut, nicht mehr ständig mit der Uhr im Nacken täglich zu versuchen, allen und allem gerecht zu werden – nur nicht sich selbst.»

Nun aber will Steingässer nicht mehr ans Krankenbett, sondern an den Bürotisch. Er habe bereits angefangen, sich für Bürojobs zu bewerben. «Eventuell gehe ich sogar in die Behörde», sagt er und lacht laut. Er könne sich auch gut vorstellen, künftig einer Arbeit nachzugehen, bei der er viel in Berührung mit Zahlen komme. «Ich bin sehr zahlenaffin. Ob Excel-Tabellen oder Prozentrechnungen: Ich drücke gerne etwas in Zahlen aus, um einen möglichst objektiven Überblick zu erhalten», sagt der Krankenpfleger.

Impfschäden: Das sind die Beobachtungen des Krankenpflegers
Seit Dezember 2021 führt Steingässer eine Excel-Tabelle (liegt der Redaktion vor), in der er beobachtete Folgen oder Nebenwirkungen, die in zeitlichem Zusammenhang mit Covid-Erkrankungen oder mit Covid-Impfungen stehen, zusammenträgt und diese miteinander vergleicht. Die Beobachtungen stammen aus seiner persönlichen und beruflichen Umgebung.

«Ich wollte wissen: Spinne ich jetzt? Lasse ich mich bloss von einem Gefühl leiten – die Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe sind gravierender als kommunziert wird – und möchte ich damit einfach meine Haltung bestätigt haben? Oder ist an meinem Verdacht doch etwas Wahres dran?» Deshalb habe er eben diese Beobachtungen und Daten erfasst. Denn Zahlen seien vom Gefühl losgelöst.

Für Steingässer ist das Ergebnis eindeutig: Seinen Beobachtungen zufolge traten Nebenwirkungen nach der Covid-19-Impfung häufiger auf und waren schwerwiegender als die Folgen nach der Covid-Erkrankung. Die Nebenwirkungen seien meist innerhalb eines Tages bis nach einer Woche aufgetreten.

Steingässer hat Nebenwirkungen, die bis zu vier Wochen nach der Covid-Impfung auftraten, dokumentiert. In der Liste finden sich etwa Fälle von Personen, die nach der Covid-Impfung einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben; eine Person hatte nach der Covid-Impfung mehrere massive thrombotische Geschehen, eine andere war im Gesicht plötzlich gelähmt und zwei andere bekamen erneut Krebs, obwohl dieser schon als geheilt galt.

«So etwas habe ich noch nie erlebt»
Steingässer rechnet vor: «Ich kenne zwar drei Personen, die an Long-Covid leiden. Menschen, die wegen Covid auf die Intensivstation mussten oder gar daran verstorben sind, sind mir hingegen keine bekannt.» Dem gegenüber stünden 18 Personen, die im Alter von 30 bis 80 Jahren einige Tage nach der Covid-Impfung verstorben seien.

Diese Todesfälle und die diesbezüglichen Ursachen hat Steingässer ebenfalls in seiner Tabelle dokumentiert. Er sagt: «In all den Jahren, in denen ich jetzt schon in der Pflege tätig bin, habe ich so etwas noch nie erlebt.» Was offensichtlich sei, könne doch nicht einfach geleugnet werden. Steingässer fragt: «Weshalb wird bei der Diagnose von den genannten Krankheiten die Covid-Impfung als Auslöser geradezu kategorisch abgelehnt?» Es könne nicht sein, was nicht sein dürfe. «Das Merkwürdige ist: Wenn Maßnahmenbefürworter von diesen viel zu früh Verstorbenen berichten, sagen sie einerseits, dass die Person kurz zuvor geimpft wurde, aber schießen sofort hinterher, dass das ja nichts miteinander zu tun hat.»

Der Krankenpfleger will verstehen und schaut hin, wo andere wegschauen. Auch wenn er Zweifel und Kritik gegen die Impfung äußert, ist er nicht ein Corona-Leugner: «Covid-19 ist verdammt ernst zu nehmen.»

Mittlerweile führt Steingässer seine Liste nicht mehr. «Ich spreche nicht mehr mit Verwandten und Freunden über ihre Nebenwirkungen nach der Covid-Impfung, weil ich solche Angst um sie bekomme.» Steingässer bezeichnet die Impfspritze gegen Covid als «eine Pistole, die aus der Ferne gezündet wird». Er doppelt nach: «Für mich fühlen sich die Covid-Impfstoffe wie Russisch Roulette an.»

Diese Worte bergen enorm viel Zündstoff. Darf ein Krankenpfleger mit solch radikalen Vergleichen provozieren und gleichzeitig Politiker wie Karl Lauterbach (SPD) für deren Aussagen zu Covid-Impfgegnern kritisieren? Der deutsche Gesundheitsminister schrieb vor einigen Monaten auf Twitter: «Der ‹vorsichtige Ungeimpfte› existiert nicht. Wer sich nicht impfen lässt, ist grundsätzlich nicht vorsichtig. Er riskiert das Leben anderer Menschen.»

Sind Steingässers Skepsis und Angst gegenüber beziehungsweise vor den Covid-Impfstoffen gerechtfertigt? Der 48-Jährige sagt, er kenne einige Pflegekräfte, die ähnlich wie er denken würden; viele seien gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht, doch nur wenige hätten den Mumm, sich hinzustellen und die Probleme beim Namen zu nennen. «So mancher befürchtet den Jobverlust und lässt sich wegen des indirekten Zwangs impfen.»

«Etliche Pflegekräfte teilen die Meinung, dass in der Branche schon seit Jahren vieles falsch läuft. Bei vielen wurde die rote Linie eigentlich bereits überschritten. Doch weil ihre Schmerzgrenze so hoch ist, sagen sie lieber ‹Warten wir mal ab›, statt auf die Missstände aufmerksam zu machen.» Er selbst habe sich nie davor gescheut, Probleme anzusprechen, sagt der 48-Jährige.

Der Albtraum vom Dienstausfall
Steingässer erinnert sich an die hektischen Zeiten als Pflegeleiter zurück, als er «jederzeit und überall» erreichbar sein musste und deshalb immer zwei Handys bei sich trug. «Meine Kinder nahm ich als ‹Wochenendpapa› mit zur Arbeit, um nicht andere alleinerziehende Mütter zum Dienst zu verdonnern, wenn mal wieder jemand krank wurde.» Der Dienstplan habe schon aufrecht erhalten werden können. «Aber zu welchem Preis? Man war permanent überlastet!» Sogar in der Nacht, erzählt er, hätten ihn die Dienstpläne noch verfolgt: «Ich bin mehrfach aufgeschreckt, weil ich träumte, dass sich wieder jemand krank gemeldet hat.»

Der 48-Jährige findet: «Im Vergleich zu früher ist in der Pflege zwar vieles professioneller geworden, gerade auch was die Einführung der Expertenstandards oder das Medikamentenmanagement anbelangt. Doch die Arbeitsmarktsituation ist dermaßen angespannt, das Stresslevel so hoch – da beißt sich die Katze in den Schwanz.» Viele Pflegerinnen und Pfleger seien erschöpft und ausgebrannt, die vielen Schichtdienste und Wochenendarbeiten zehrten an ihnen. «Irgendwann kann man einfach nicht mehr.»

Nun, wo deutsche Politiker finden, die Covid-Impfpflicht sei mit dem kategorischen Imperativ zu vereinbaren, ist für Steingässer die Zeit reif, einen Cut zu machen. Auch wenn zahlreiche Personen aus dem Gesundheitswesen Verfassungsbeschwerden gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht eingereicht haben und man in Bayern eine pragmatische Umsetzung der Impfpflicht «mit Augenmass» will, gibt das Steingässer wenig Anlass zur Hoffnung.

An manchen Tagen sei er traurig, an anderen breche die Wut aus ihm heraus und in manchen Momenten bleibe ihm nur noch der Sarkasmus übrig. Steingässer hat aber auch Angst. Er macht sich Sorgen um die Menschen, die er liebt: «Nachdem, was ich alles gesehen habe, wie viele schwere Erkrankungen und Todesfälle, gerade auch bei jungen Menschen, nach der Covid-Impfung auftreten…»

«Kommt die Impfpflicht für alle, gibt es für mich nur noch eine Option»
Wenn sich das Klima in Deutschland nicht bald ändere und es sogar zur allgemeinen Impfpflicht kommen sollte – diese könnte es ab Oktober 2022 geben, wenn der Gesetzesentwurf einer Parlamentariergruppe von SPD, Grünen und FDP eine Mehrheit findet –, gäbe es für ihn nur noch die Option «Flucht».

Steingässer ist sich noch nicht sicher, ob er dann nach Gambia oder Sansibar auswandern würde: «Auf alle Fälle geht es in ein armes Land, in dem die Ausgaben für das Gesundheitssystem mehr als uninteressant für die Pharmakonzerne sind und in dem auch der Einfluss durch die EU nicht gross ist.» Er wäre also bereit, seine Heimat, seine Familie und alles Liebgewordene zu verlassen. Ist das egoistisch? Feige? Ehrlich? Mutig?

Steingässer sagt: «Ich will weder meine Beziehung zu meiner Partnerin verlieren, noch meine Kinder oder meine Mutter im Stich lassen. Aber mit der ‹Pistole auf der Brust› bin ich mir sehr klar über meine Entscheidung, welches Risiko mir geringer erscheint.»

 

Übernommen von jouwatch


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Archiv


Dienstag, 19 April 2022

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