Fridays for Future: Die Revolution frisst ihre Eltern

Fridays for Future: Die Revolution frisst ihre Eltern


Nach tätlichen Auseinandersetzungen mit dem deutschen Klimaterrorismus jederlei Geschlechts, bei einem Redeauftritt des Bundeskanzlers am Freitag, möchte Luisa Neubauer sich und ihre Bewegung nun als Opfer eines aus ihrer Sicht unzutreffenden Vergleichs inszenieren.

Fridays for Future: Die Revolution frisst ihre Eltern

Von Ramiro Fulano

Doch zunächst zu etwas ganz anderem. Bei mir in der Nachbarschaft macht eine Clique junger Heranwachsender die Bürgersteige unsicher. Offensichtlich haben diese früh bis spät pubertierenden Jugendlichen bereits mit einer Reihe Leute Streit gesucht und gefunden. Der endet meist so, dass sie sich anschließend als Opfer inszenieren, wenn es so aus dem Wald herausschallt, wie es hereingerufen wurde. Die Jungs – denn es handelt sich nun mal um junge Männer – sind keineswegs das, was man alltagsprachlich und wenig politisch-korrekt auch als „Asis“ oder „Kapeiken“ bezeichnet. Zumindest bei oberflächlicher Betrachtung wirken sie durchaus nicht asozial: frisch gewaschene Markenkleidung, Fahrräder für nicht unter tausend Euro. Sie sind offensichtlich mit dem im deutschen Mittelstand üblichen Finanz-Komfort aufgewachsen – die Eltern beide berufstätig und die Kinder in der Ganztagsschule, damit sie nicht beim Geldverdienen stören. Und deshalb vielleicht emotional etwas verwahrlost und auf einem ziemlich rücksichtslosen Ego-Trip.

Ich weiß auch nicht, warum mir in diesem Zusammenhang die deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer einfällt. Neubauer ist in Hamburg-Blankenese in privilegierten Zusammenhängen aufgewachsen: Abitur am Marion-Dönhoff-Gymnasium und ganz nebenbei ist man auch noch mit dem milliardenschweren Reemtsma-Clan verschwägert. Nach der Schule an die Uni und kaum ein Stipendium, bei dem Luisa nicht abkassiert hat, um vom Geld anderer Leute zu leben. War es zuhause wirklich so knapp? Vielleicht schon. Aber mit dem Krautland- UND dem Heinrich-Böll-Stipendium kommt man bzw. frau sicherlich ganz komfortabel über die Runden.

Ihre Mama war (oder ist) Pflegedienstleiterin im örtlichen Altersheim, ihr Papa dessen Direktor. Sicher kein „Haus zur (ewigen) Ruhe“, wo normalsterbliche Omas und Opas liebevoll zu Tode gepflegt werden, sondern vielleicht eher eine Art exklusiver Rosengarten für ab 10.000 Euro pro Monat. Nichts, wo sie am Zellstoff sparen und die Windel schon mal bis zum Wochenende dran bleiben muss. Aber somit sind die Eltern selten zuhause und der Nachwuchs bleibt sich selbst überlassen? Ein hartes Schicksal für ein sensibles Kind. Aber sich vor diesem Hintergrund – aus dieser sozialen Gemengelage – als Opfer fieser Lebensumstände zu sehen, bedürfte einer gehörigen Portion weltfremder Ignoranz und rücksichtsloser Egozentrik. Sich dann auch noch als Opfer zu inszenieren und als solches wahrgenommen werden zu wollen, bräuchte beinahe kriminellen Narzissmus – und ein soziales Umfelds, dass diese negativen Charaktereigenschaften nicht nur bedient, sondern fördert. In Hamburg kann man all das offenbar am Marion-Dönhoff-Gymnasium bekommen. Den Rest besorgt dann Fridays for Future, Luisa Neubauers Greta-Thunfisch-Filiale. Wenn eine ehedem einkommensschwache Schwedin für die gute Sache zur Multimillionärin wurde, warum nicht auch eine höhere Tochter aus Blankenese?

Am Freitag hatten Luisa und andere Möchtegern-Klimaterroristinnen jederlei Geschlechts ihr erstes Run-in mit Scholzens Personenschützern. Genosse Olaf hatte – in seiner Funktion als deutscher Bundeskanzler – in aller Vorsicht öffentlich zu bedenken gegeben, dass in diesem unserem Land nach wie vor Existenzen vom Kohlebergbau abhängen. Das war genug für die jugendlichen Ökopathinnen jederlei Geschlecht: Nieder mit den Kohle-Kumpels! Weg mit ihnen! Macht sie platt! Sollen sie doch Kuchen essen! So oder so ähnlich muss man sich die Diktatur des Blankeneser Proletariats vorstellen. Aus Mamas Luxus-SUV oder aus einem von Papas Porsches weint man natürlich sehr bequeme Krokodilstränen um Menschen, deren Leben man gerne ruinieren möchte. Denn vor den Folgen der Ökopathie ist man finanziell bestens isoliert. Sie kostet einen nur ein Lächeln und auch morgen wird man nicht wissen, wo man mit seinen Euronen bloß hin soll. Bezahlen müssen den moralischen Luxus, den man sich nur zu gerne öffentlichkeitswirksam gönnt, die normalsterblichen Steuerzahler, nicht das ökologisch-korrekte Damen-und-Herrenmenschentum aus den Hamburger Elbvororten und ähnlichen sozialen Gemengelagen im ganzen Bundesgebiet.

Doch halt, was war denn nun geschehen? Eine Lappalie. Um dem Klimaschutz einen Platz in der Tagesschau zu sichern, hüpfte irgendein selbsternannter Weltretter bei einem Redeauftritt des Bundeskanzlers aufs Podium und wollte rumkrakelen. Der Rest war Routine und die Situation war geklärt, bevor der junge Mann piep sagen konnte. Doch damit fing der Spaß erst an. In einer vielleicht bewusst etwas vage und ambivalent gehaltenen Reaktion auf diesen tätlichen Einschüchterungsversuch erinnerte Unser Olaf an Zeiten, die glücklicherweise schon länger zurücklagen. Was Scholztens damit gemeint war, schien zunächst nicht ganz klar. Aber bekanntlich hört ein jeder, was er hören will. Und eine jede auch. Luisa Neubauer vom ökologisch-korrekten Damen-und-Herrenmenschentum jedenfalls fühlt sich seitdem als „Nazi“ beleidigt. Wenn man sich selbst für einen Nagel hält, sieht wahrscheinlich alles so aus, als wär’s ein Hammer. Aus der psychotherapeutischen Praxis ist indes bekannt, dass man nur dann versucht, sich den Schuh anzuziehen, wenn man oder frau ahnt, dass er vielleicht passen könnte. Ich möchte Luisa Neubauer weiß Gott nichts unterstellen, aber vielleicht denkt sie in ihrer Funktion als Blankeneser Cry-Bully – um es mit den unsterblichen Worten des Barden bzw. Queen Gertrudes in Hamlet zu sagen – mal darüber nach, ob sie „zu sehr protestiert“? Das setzt natürlich ein Maß an Demut und Einsichtsfähigkeit voraus, für das sie eventuell weder von der Schule noch von ihrer Familie vorbereitet wurde.

Und jetzt mal im Ernst: Wenn Fridays for Future bei seinen „Protesten“ weiterhin billigend in Kauf nimmt und willentlich akzeptiert, dass Menschen zu Schaden oder sogar zu Tode kommen, weil Rettungswagen und die Feuerwehr an ihren Straßenblockaden scheitern, dann handelt es sich dabei nicht mehr um die Ausübung des Rechts, friedlich zu demonstrieren. Sondern dann geht es um Nötigung und gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, gegebenenfalls mit Todesfolge, also Totschlag. Da interessiert es dann nicht, welche moralische und ideologische Legitimation zur Selbstermächtigung herangezogen wird. Die Grenze zur Kriminalität, genauer gesagt: zur politisch motivierten Gewalt ist damit überschritten. Und insofern ist es durchaus richtig, „Fridays for Future“ an dieser Stelle im historischen Zusammenhang anderer Selbstermächtigungs-Ideologien zu sehen. Der „Spiegel“ spendet dem Klima-Terrorismus natürlich eine Tüte Beifall, weil er sein Heft verkaufen will. Aber für den Rest der Menschheit muss es heißen: Wehret den (Wieder-)Anfängen.


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: LeBonyt, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Dienstag, 31 Mai 2022

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