Wirrer Lauterbach verbreitet umstrittenes Medikament

Wirrer Lauterbach verbreitet umstrittenes Medikament


Karl Lauterbach ist in Spendier- und Experimentierlaune. Eine halbe Milliarde reicht er an einen Pharmariesen rüber.

Wirrer Lauterbach verbreitet umstrittenes Medikament

Paxlovid heißt das Wundermittel! Es soll die Behandlung von mit Corona Infizierten ermöglichen. Es kostet 500 Euro pro Dosis und wird von Pfitzer vertrieben.

Gekauft wurde das Mittel von Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Und da das Medikament in großen Mengen vielleicht etwas billiger war, griff der SPD-Politiker kräftig zu: Etwa eine Million Einheiten wurden bestellt. Die Hälfte liegt bereits beim Großhandel; die andere Hälfte folgt bis Ende des Jahres. Kostenpunkt: Eine halbe Milliarde Euro.

Werbung für das Produkt macht – sie werden es sich denken können – ebenfalls Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Auf eine Anfrage der Welt beim Gesundheitsministerium heißt es: »Das BMG sieht das Potenzial von Paxlovid zum Schutz von vulnerablen Personengruppen, insbesondere älteren Patienten noch nicht ausgeschöpft.« Daher sollen »unnötige Verzögerungen bei der Therapie vermieden werden«.

Was das heißt? – Lauterbach plant, da die Nachfrage des umstrittenen Medikaments von Seiten der Apotheken stockt, den Apothekenhandel einfach zu umgehen und direkt an die Ärzte zu verkaufen. Das ist so wie in ›American Gangsters‹: Denzel Washington kauft das Heroin direkt in Vietnam ein und erhöht seine Gewinnspanne durch Umgehung der Zwischenhändler. 15 Euro sollen für jede abgesetzte Packung für die Ärzte herausspringen, preist Lauterbach seinen Stoff an.

Aus verschiedenen Gründen sind Mediziner und Apotheken empört.

Zum einen ist das Medikament hochgradig umstritten. Paxlovid blockiert ein Leberenzym und kann daher mit zahlreichen gängigen Medikamenten gegen Bluthochdruck, Krebs, Depressionen oder andere Infektionen nicht kombiniert werden. Arzneien, die gerade von der Corona-Risikogruppe gebraucht werden. Die Wirkung des Mittels ist insbesondere bei nicht vorbelasteten Corona-Patienten deutlich schwächer als erwartet. Es ist also nur bei schweren Verläufen sinnvoll. Ein rein praktischer Einwand: Die von Lauterbach empfohlenen Tabletten sind nur wirksam, wenn sie sofort nach den ersten Symptomen eingenommen werden.

Dazu kommen bekannte und unbekannte Nebenwirkungen, denn Paxlovid ist ein neues, unerprobtes Mittel. Paxlovid sei »kein ungefährliches Medikament«, sagt Professor Karl Mühlbauer, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie am Klinikum Bremen. Auch Mühlbauer betont, die Wirkung sei »freundlich ausgedrückt: bescheiden«.

Aber Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten und Impfungen sind für Karl Lauterbach ohnehin ein Fremdwort.

Dass Paxlovid nur eine nur eine bedingte Zulassung hat, sollte nicht wundern. Aber das stört den Bundesgesundheitsminister bekanntlich ebenfalls nicht.

Besonders hart fällt die Kritik an Lauterbachs Verkaufsstrategie aus. Hier kommen von der Ärzteschaft mehr als deutliche Worte. Professor Karl Mühlbauer spricht von einer »Katastrophe für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient«, wenn Ärzte mit Medikamenten Geld verdienen. »Ich bin entsetzt, entgeistert, geschockt. Eine jahrhundertealte verbriefte Trennung zwischen der Tätigkeit von Arzt und Apotheker wird hier mit einem Federstrich aufgegeben«.

Die Trennung zwischen dem Handel und der Verschreibung von Medikamenten ist seit über 800 Jahren ein Grundprinzip der Medizin und die Grundlage des Arzneimittelgesetzes. Lauterbach kümmert auch das nicht.

Einziger Lichtblick: Karl Lauterbach hat das Medikament an sich selber ausprobiert, wie er auf Twitter während seiner Quarantäne mitteilte. »Trotz 4 Impfungen und Paxlovid hatte ich stärkere Symptome als erwartet.«

Hat denn der Karl die Packungsbeilage nicht durchgelesen oder sich informiert? – Die Zulassungsstudien für das Medikament erfolgten laut Professor Mühlbauer nur »an Ungeimpften.«

Wenn Lauterbach also plante, an den Ungeimpften medizinische Experimente durchführen zu lassen, dann sollte er das Medikament nicht auch noch selber nehmen und – Gipfel der Verwirrung des SPD-Politikers – Schleichwerbung für Impfungen und Medikamente mit den Nebenwirkungen machen.

 

Erstveröffentlicht bei Die freie Welt


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot


Freitag, 12 August 2022

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