Iran: Verschärftes Durchgreifen beim Kopftuchzwang

Iran: Verschärftes Durchgreifen beim Kopftuchzwang


Das iranische Regime geht scharf gegen Frauen vor, die gegen den Hidschab-Zwang verstoßen. Sogar vor Friedhöfen macht der Furor nicht halt.

Iran: Verschärftes Durchgreifen beim Kopftuchzwang

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 Iran läuft gerade, weitgehend unbeachtet von der internationalen Öffentlichkeit, nicht nur eine massive Repressionswelle gegen die religiöse Minderheit der Bahai, auch die Verfolgung von Frauen wurde verstärkt, die gegen das zwangsweise Tragen eines Hidschab verstoßen.

Für Aufsehen sorgt der Fall der 28-jährigen Sepideh Rashno. Sie wurde Mitte Juni verhaftet, nachdem ein Video weite Verbreitung gefunden hatte, das Rashno bei Busfahren in Teheran zeigt, ohne den im Iran geltenden Zwang zum Tragen eines Hidschabs zu befolgen. Sie geriet in Streit mit einer anderen Frau, welche Rahsnos Verschleierung forderte und drohte, Videoaufnahmen von ihr an die Revolutionsgarden zu schicken.

Seit ihrer Festnahme Mitte Juni hat Rashno keinen Kontakt zu einem Rechtsbeistand. Nachdem auf Twitter der Hashtag »Wo ist Sepideh?« die Runde machte, strahlte das iranische Fernsehen am 30. Juli ein offenkundig erzwungenes »Geständnis« der jungen Frau aus. Sie verlas einen Text, den sie nicht selbst geschrieben zu haben schien, dabei wirkte sie emotionslos und bewegte sich nur langsam. Ihre Augen waren stark geschminkt, vermutlich, um die sichtbaren Spuren von Misshandlungen zu kaschieren, die sie in der Gewalt der Sicherheitskräfte erleiden hatte müsse.

Kurze Zeit nach dem erzwungenen Geständnis wurde Rashno laut einer Meldung der Iranian Human Rights Activists News Agency (HRANA) in ein Teheraner Krankenhaus gebracht. Sie konnte sich kaum noch bewegen und hatte einen sehr niedrigen Blutdruck. Nach einer Untersuchung auf mögliche innere Blutungen wurde sie wieder zurück ins Gefängnis überstellt.

Das Tragen eines Hidschabs wurde nach der islamischen Revolution 1979 zur Pflicht für alle Mädchen und Frauen ab dem Alter von neun Jahren. Anfang Juli gab Präsident Ibrahim Raisi den Befehl aus, den Verschleierungszwang scharf durchzusetzen. Seitdem gehen die Sittenwächter der Religionspolizei deutlich strenger gegen von ihnen ausgemachte Verstöße vor. Zahlreiche Frauen wurden in den Straßen des Landes festgenommen, teils unter massiver Gewaltanwendung. Selbst vor Friedhöfen macht das harte Durchgreifen des Regimes nicht Halt: Rund hundert Grabsteine wurden entfernt, auf denen Bilder der verstorbenen Frauen ohne Kopfbedeckung zu sehen waren.

Unterstützt wird die harte Linie beim Kopftuchzwang auch vom Obersten geistlichen Führer des Landes, Ali Khamenei. Proteste iranischer Frauen gegen das zwangsweise Tragen des Hidschab sieht er, wie so vieles andere auch, als Teil einer westlichen Verschwörung gegen sein Land.

 

zuerst erschinen auf Mena-Watch


Autor: Mena-Watch
Bild Quelle: Symbolbild


Samstag, 13 August 2022

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