Syrische Dschihadistengruppe nutzt Armut in Idlib aus

Syrische Dschihadistengruppe nutzt Armut in Idlib aus


Die islamistische Organisation Hayat Tahrir al-Sham, die die Provinz Idlib kontrolliert, nutzt die schwierigen Lebensbedingungen der Bevölkerung aus, um mit hohen Gehältern neue Mitglieder zu rekrutieren.

Syrische Dschihadistengruppe nutzt Armut in Idlib aus

Obwohl es mehrere Gruppierungen gibt, die von der Türkei unterstützt werden, ist die islamistische Hayat Tahrir al-Sham (HTS) nach wie vor die dominierende Organisation in der nordwestlichen syrischen Provinz Idlib. Darüber hinaus versucht die HTS ständig, auch andere Gebiete zu kontrollieren und ihren Einfluss auszuweiten, indem sie die Armut in der Region ausnutzt, um vor allem Jugendliche mit einer Reihe von Anreizen zu locken, sich der Gruppe anzuschließen.

Ein laut eigenen Angaben zwanzigjähriger junger Mann, der sich vor etwa fünf Monaten der HTS angeschlossen hat, sagte gegenüber Medien, er habe sich trotz der anfänglichen Ablehnung seiner Familie für einen Beitritt zur HTS entschieden. »Die Tatsache, dass ich Geld brauchte, arbeitslos war und mir jegliche Berufserfahrung fehlte, hat mich dazu bewogen, mich der Gruppe anzuschließen. Ich habe Freunde, die sich ihr vor einem Jahr angeschlossen haben, und sie haben mich überzeugt, es ihnen gleichzutun.«

Auf die Frage nach dem Alter derjenigen, die Mitglieder der HTS wurden, antwortete er, dass es viele junge Leute seien, die zur HTS gegangen waren, die meisten zwischen achtzehn und dreißig Jahre alt. Die HTS führe auch Rekrutierungskampagnen auf der Straße und in den Moscheen während der Freitagsgebete durch. So habe die Gruppe Rekrutierungsabteilungen in Atma, Harem, Arihah, den nördlichen und zentralen Gebieten der Provinz Idlib, Sarmada, in der Provinzhauptstadt Idlib-Stadt und in Jisr al-Shughur eingerichtet.

Die HTS bezahlt ihren Mitgliedern je nach Art der Arbeit monatliche Gehälter zwischen hundert und dreihundert Dollar, während sich die Gehälter der Kämpfer der von der Türkei unterstützten Syrischen Nationalarmee auf nicht mehr als fünfunddreißig Dollar beliefen. Dieses hohe Gehalt ist einer der Gründe dafür, dass sich viele junge Menschen der HTS anschließen. Damit nützt die Organisation die Armut, insbesondere in den Lagern für Binnenvertriebene, aus, um möglichst viele junge Männer anzuziehen.

Am 7. Januar 2022 startete die sogenannte militärische Rekrutierungsabteilung der HTS einen Kurs mit dem Titel »Es den Helden gleichtun«, um neue Mitglieder für ihre Reihen zu gewinnen. Der Kurs stand nur verheirateten Männern mit Schul- oder Universitätsabschluss offen und war in zwei dreißigtägige Einheiten unterteilt, eine für den Scharia- und eine für den Militärunterricht.

Unterdessen beschuldigen viele Zivilisten die HTS, die Schlinge um sie enger zu ziehen. Ein Bewohner des Flüchtlingslagers Atma im Norden von Idlib erklärte gegenüber der Nachrichtenwebseite Al-Monitor, die HTS erschwere die Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung vorsätzlich, indem sie die Versorgung mit Treibstoff und Strom einschränke und Gebühren an den Grenzübergängen sogar für Lebensmittel und Getränke erhebe.

Die HTS habe zwar noch keine Zwangsrekrutierung durchgesetzt, aber indirekt geschehe dies durch ihre Medienpropaganda, den Religionsunterricht in Moscheen, die Freitagspredigten und durch Spendenkampagnen für Kämpfer an der Front. Auch dieser Flüchtling wies darauf hin, dass die Armut, vor allem unter den Jugendlichen, viele dazu veranlasse, sich der HTS anzuschließen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen.

Ugarit News, ein Online-Nachrichtenportal der syrischen Rebellen, berichtete, die HTS erhebe eine Steuer in Höhe von dreißig Dollar auf jedes Auto mit Lebensmitteln, das über die Übergänge in die von ihr kontrollierten Gebiete fährt.

Die HTS steht nach wie vor auf der Liste terroristischer Organisationen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und mehrerer Länder, wobei Russland, der wichtigste Unterstützer des syrischen Regimes, die Terroreinstufung der Gruppe als Vorwand nutzt, um seine Angriffe im Nordwesten Syriens zu verstärken.


Autor: Mena-Watch
Bild Quelle: Archiv


Freitag, 18 November 2022

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