Twitter: Die Angst der Zensoren vor Elon Musk

Twitter: Die Angst der Zensoren vor Elon Musk


Elon Musk will Twitter kaufen. Die Parole „Hände weg von Twitter“ ist ausgegeben und es wird aus allen Rohren geschossen. Verteidiger sind ausgerechnet jene, denen Twitter nie schnell und hart genug gegen vermeintlichen Hass und Hetze vorgehen konnte.

Twitter: Die Angst der Zensoren vor Elon Musk

Von Roger Letsch

„Die Show startet in etwa 20 Minuten“ twitterte Elon Musk am 8. April 2022 über den Beginn des Livestreams einer Tesla-Roadshow in Texas. Am 9. April fragte er seine 81 Millionen Follower auf Twitter, ob Twitter gerade sterbe, eine Frage, die angesichts der wenigen Inhalte berechtigt ist, welche ausgerechnet die Top-Accounts mit nahe 100 Millionen Followern dort produzieren. Musk gehört selbst zu diesen Großaccounts, produziert im Gegensatz zu vielen anderen jedoch reichlich Inhalte. Ob Startankündigungen für SpaceX, Fabrikeröffnungen bei Tesla, Starlink-Unterstützung der Ukraine oder Memes und alberne Witze wie „Weather is fake. I see Truman Show!“. Das war am 10. April. Überhaupt ist Musk viel beschäftigt, was sich für jemanden mit einem 300-Milliarden-Imperium ja auch so gehört.

Seit dem 4. April ist Musk mit 9,2 Prozent größter Einzelaktionär bei Twitter (* bis die private equity Firma Vanguard ihren Anteil auf 10,3 Prozent aufstockte, um im Spiel um den Kauf von Twitter als „Weißer Ritter“ auftreten zu können). Sein milliardenschweres Investment schlug nicht nur auf der Plattform ein wie eine Bombe. Es war eine Explosion mit Ankündigung. Denn kurz zuvor wurde die Satireseite BabylonBee auf Twitter gesperrt, weil die Spaßvögel Admiral Rachel Levine zum „Man of the year“ ernannt hatten. Falls es Musk bisher noch nicht bemerkt haben sollte, wusste der BabylonBee-Fan spätestens jetzt, dass es mit der Meinungsfreiheit auf Twitter nicht weit her sein kann, wenn Satire zu Verbannung führen kann. 

„Meinungsfreiheit ist für eine funktionierende Demokratie unabdingbar. Glauben Sie, dass sich Twitter strikt an dieses Prinzip hält?“ fragte Musk seine Follower und 70 Prozent von zwei Millionen sagten „Nein“.

Nach dem Einkauf währte das „Willkommen“ der Twitter-Chefetage nicht lange, denn die Einladung an Musk, dem Direktorium beizutreten, war vergiftet. Da wäre eine sehr nebulöse Haftung gegenüber den „Interessen der Eigentümer“, das geringe Stimmrecht und die Klausel, als Mitglied des Board of Directors kaum mehr als 14 Prozent der Aktien halten zu dürfen. Schlimmer noch war die Ankündigung des CEO Parag Agrawal, die Firmenpolitik in keinem Punkt verändern zu wollen. Sollte Musk also gedacht haben, Twitter allein durch seine Anwesenheit vom Löschen, Zensieren und Blockieren abhalten zu können, lag er falsch. Was also soll man mit Anteilen einer Firma machen, die kein Geld verdient und dieses Problem auch nicht lösen will? Musk zündete die zweite Stufe.

Der Versuch der Übernahme

Die Empörung der woken Twittermeute über diesen schrägen Multimilliardär, der so frech sein Schäufelchen in ihren geliebten umfriedeten Sandkasten steckte, war noch nicht verflogen, da legte Musk mit dem Angebot nach, den Laden für $54,20 pro Aktie oder insgesamt 41 Milliarden Dollar ganz zu übernehmen, was für die Eigentümer einer Firma mit einer Marktkapitalisierung um 30 Milliarden Dollar kein schlechtes Angebot ist. Doch, oh weh! Die Richtungsweiser und Torwächter sind empört! Twitter in der Hand eines exzentrischen Superreichen, der offen erklärt, die Meinungsfreiheit auf der Plattform wiederherzustellen? Als ob es davon nicht schon genug gäbe, jetzt, wo böse Falschmeiner wie Donald Trump, Alex Jones oder Milo Yiannopoulos entfernt wurden.

Nicht dass auch nur einer von denen gegen irgendein Gesetz verstoßen hätte. Deren Meinungen passten den Betreibern der Plattform nur nicht, weshalb sie mit eisernen Besen herausgekehrt wurden. Content ging verloren und User gleich mit. Zwar brachten solche Maßnahmen besagte Personen nicht zum Verstummen, doch was auf Twitter nicht zu finden ist, kommt auch im Stoffkreislauf der Nachrichten nicht vor, weil all die woken Journalistenzwitscherer ihre täglichen Brosamen aus diesem einen Futternapf picken. Was trendet heute? Was bringt Klicks? Was ist relevant? Worüber schreiben die Kollegen? Worüber schreiben sie nicht? Wie lautet das aktuelle Framing?

Die Relevanz von Twitter, dem kleinsten aller großen Socialmedia-Plattformen, entspringt also nicht aus so ökonomischen Parametern wie Nutzerzahlen, Wachstum und Gewinn. Ja, nicht einmal aus technologischem Fortschritt oder Benutzerfreundlichkeit („Wollt ihr einen Edit-Button?“ fragte Musk), sondern aus dem ideologischen Brei aus lautstark vertretenen Medienplattformen und Politik. Und während Firmen wie Facebook und Google von Jahr zu Jahr größer werden, stagnierte und schrumpfte Twitter bis etwa 2016. Die Finanzberichte wiesen satte Defizite auf, was sich erst änderte, als ein Mann die politische Bühne betrat, der durch seine Art zu polarisieren nicht nur Twitter, sondern ein gutes Dutzend Medienhäuser gleich mit rettete. Trump war Twittergold, TV-Gold, NYT-Gold, Klicks, Einschaltquoten und Auflagen gingen durch die Decke. Bis Twitter den Goldesel von der Plattform kegelte. Der Rest ist Geschichte. Und die „Gefahr“, dass Elon Musk an den Ergebnissen dieser Entwicklung einiges ändern würde, war groß.

„A Dangerous Nonsense“

Gefahr ist im Verzug für die woke mediale Twitterblase, welche bisher so mühelos den Diskurs bestimmte. Wenn die Spieler der anderen Seite sämtlich mit roten Karten vom Platz gestellt sind, spielen selbst die Senioren des FC Hintertupfingen erstaunlich erfolgreich gegen Barça. Höchste Zeit also, der drohenden Wiederherstellung des Kräftegleichgewichts auf dem Platz eine moralische Ohrfeige zu verpassen. Für die Medien übernimmt das im Guardian Robert Reich, der ehemalige Arbeitsminister unter Bill Clinton. Musks Vision für das Internet sei gefährlicher Unsinn! Diktatoren und Demagogen wie Putin und Trump hätten sich für ihre Lügen und Propaganda Zugang zum Netz verschafft und fluteten auch Twitter mit Lügen - womit Musk schon mal in die böse Ecke der Putinisten und Trumpisten geframed ist. Es sei gut und notwendig gewesen, Trump von der Plattform zu nehmen, um „die amerikanische Demokratie zu schützen“, meint Reich. Er klingt, als stünde er vor Gericht und verteidige sich selbst.

Im Fall der Verbannung Trumps streiten sich übrigens zwei Interpretationen der Rechtslage. Die eine sagt, es gäbe nichts Gerichtsfestes gegen Trump, was die Verbannung rechtfertige. So ist es in der Tat, aber die Befürworter dieser roten Karte führen an, Twitter sei nun mal eine private Firma, und man könne dies abseits der Gesetze handhaben, wie man wolle. Gesperrten und gelöschten Usern warf man dann gern noch den Tipp hinterher, wem die Firmenpolitik nicht passe, der könne sich ja eine eigene Plattform bauen. Doch gelten solche Hinweise und Vorschläge nicht in beide Richtungen? Wenn Musk die Firma kauft, ist sie ja immer noch privat, oder? Den Begriff der Meinungsfreiheit näher an der verfassungsmäßigen Definition als bisher auszulegen, entspräche immer noch den Gesetzen, und auch enttäuschten woken Usern bliebe es unbenommen, sich einen neuen, sauberen und mit „harter ideologischer Tür“ versehenen Safespace im Internet zu suchen, wo ihre Meinung nicht von abweichenden Meinungen gestört wird. Was würde sich also ändern?

Im Guardian offenbart Reich seine geradezu naive Vorstellung von Meinungsfreiheit. Musk, so erfahren wir, hatte Reich auf Twitter nämlich schon vor einiger Zeit blockiert, so dass dieser nun nicht mehr sehen kann, was Musk so alles schreibt, und er ihm nicht mehr das Wort zum Sonntag diktieren kann. Reich: 

„Ein seltsamer Schachzug für jemanden, der sich selbst als „Absolutist der Redefreiheit“ bezeichnet. Musk befürwortet Redefreiheit, aber in Wirklichkeit geht es ihm nur um Macht. […] Welche „Verbesserungen“ hat Musk für Twitter im Sinn? Wird er seine Schlagkraft bei Twitter nutzen, um zu verhindern, dass Benutzer mit zig Millionen Followern Personen blockieren, die sie kritisieren? Ich bezweifle das.“

Nur keine Transparenz, wenn es gerade nicht in den Plan passt!

Reich möchte also, dass keine Person die „Macht“ hat, sich seinen Ausführungen und Kommentaren zu entziehen. Ihn einfach blockieren? How dare you! Gleichzeitig begrüßt es Reich, dass Twitter Trump blockiert. Reich möchte also seine persönlichen Befindlichkeiten vom Betreiber der Plattform umsetzen lassen. Private Firma eben, da machste nix dran! Zumindest solange dir gefällt, was sie macht. Solange die Firmenpolitik mit dem eigenen Politikverständnis übereinstimmt, ist die Firmenpolitik für Reich gut. Doch warum muss Twitter tun, was Reich auch selbst tun kann? Nicht Twitter sollte es sein, der Trump blockiert, sondern Reich! Wenn er jemanden für unzumutbar, hässlich, dumm oder sonstwas hält, ist es doch nicht die Aufgabe einer privaten Firma, dies zu exekutieren. Die Verantwortung liegt beim User, nicht der Plattform. Auf Twitter zu blockieren, ist eine individuelle Funktion, die man einsetzen kann, aber nicht muss. Trump oder irgend jemand anderes von Twitter zu kegeln, ist eine zentralistische Entscheidung, die alle betrifft. Auch diejenigen, die wie CNN-Autoren davon lebten, sich an den Anzüglichkeiten in Trumps Tweets die Finger wundzuschreiben. Reich weiter:

„Jemand muss auf jeder Plattform über die Algorithmen entscheiden - wie sie gestaltet sind, wie sie sich weiterentwickeln, was sie enthüllen und was sie verbergen.“

Enthüllen und verbergen also. Nur keine Transparenz, wenn es gerade nicht in den Plan passt! Etwa kurz vor der Präsidentschaftswahl 2020, als Twitter die New York Post sperrte und gewisse Artikel über einen gewissen Laptop eines gewissen Hunter Biden nicht mal per Privatnachricht verteilt werden konnten. Heute schreibt die NYT darüber und es steht fest, dass es sich weder um eine russische Desinformation noch um gefälschte Beweise handelte. Doch nicht ein Algorithmus hat entschieden, was auf Twitter in diesem Fall verborgen bleiben sollte.

„Milliardäre wie Musk haben immer wieder gezeigt, dass sie sich über dem Gesetz stehen sehen. Und zum großen Teil ist es auch so.“

Das ist natürlich kompletter Unsinn. Der Vorteil liegt woanders: Man hat eine größere Auswahl, welche Gesetze gerade passend sind. Mich stört auch das „Milliardäre wie Musk“. Denn Musk hat in der Causa Twitter ausdrücklich kein Gesetz übertreten. Er durfte die Anteile erwerben. Er durfte den bedeutungslosen Vorstandsposten ablehnen und er durfte auch das Übernahmeangebot machen. Wo ist das Gesetz, das Reich hier übertreten sieht? Ist es das der Moral? Oder das der „themenbezogenen Meinungsfreiheit“? Und was ist mit all den Milliardären, denen Twitter heute gehört?

„Musk sagt, er wolle das Internet „befreien“. Aber was er wirklich will, ist, es noch weniger rechenschaftspflichtig zu machen als jetzt, wo es oft unmöglich ist, herauszufinden, wer die Entscheidungen darüber trifft, wie Algorithmen entworfen werden, wer die sozialen Medien mit Lügen füllt, wer unseren Verstand mit Pseudo-Wissenschaft und Propaganda, und wer entscheidet, welche Versionen von Ereignissen viral werden und welche unter Verschluss bleiben.“

Dem Zauberer von Oz gleich, hinter dem Vorhang

Was Musk wirklich will, ist, zum Mars zu fliegen. Doch es scheint, als hätte er auf der Erde noch genug zu tun. Der treibenden Kraft hinter SpaceX und Tesla indirekt vorzuwerfen, Propaganda zu fördern und die Wissenschaft zu unterdrücken, ist schon ein starkes Stück. Zumal die Vorwürfe ausgerechnet dann zutreffen, wenn man sie auf die aktuelle Situation von Twitter anwendet. Wo ist denn die Transparenz der Algorithmen heute? Wie berechnet Twitter Relevanz, wie Wahrheitsgehalt, Hass und Hoax? Der neue CEO der Firma machte im November 2021 jedenfalls sehr deutlich, dass seine Firma sich nicht so sehr an „Free Speech“ orientieren werde. Doch wenn es nicht finanzieller Erfolg ist und auch nicht die Meinungsfreiheit, was könnte dann der zentrale Grund für die Existenz von Twitter sein? Wer sollte überhaupt Anteile einer solchen selbstzerstörerischen Firma halten wollen?

„In Musks Vision von Twitter und dem Internet wäre er der Zauberer hinter dem Vorhang - er projizierte auf die Leinwand der Welt ein falsches Bild einer schönen neuen Welt, die jeden ermächtigt. In Wirklichkeit würde diese Welt von den reichsten und mächtigsten Menschen der Welt dominiert, die niemandem gegenüber für Fakten, Wahrheit, Wissenschaft oder das Gemeinwohl verantwortlich wären.“

Auch hier beschreibt Reich den Ist-Zustand. Es sei denn, in seiner Vorstellung gibt es gute und schlechte „Zauberer“ hinter Vorhängen. Einige Namen dieser Zauberer gefällig? Marc Zuckerberg, Facebook und Instagram. Michael Bloomberg: Bloomberg Media. Rupert Murdoch: Fox News, Wall Street Journal. Jeff Bezos: The Washington Post. John Henry: Boston Globe. Carlos Slim: New York Times. Die Liste derer, die laut Reich dem Gemeinwohl nicht verantwortlich sind, weil sie dem Zauberer von Oz gleich hinter dem Vorhang agieren, mag lang sein. Reich regt sich jedoch nur über Musk auf. Ausgerechnet über den also, der als Einziger ein erklärtes und nachprüfbares Ziel für seine Akquisition genannt hat: die Meinungsfreiheit auf einer Plattform wiederherzustellen, die an ihren selbst auferlegten Zensurmaßnahmen zu ersticken droht.

Das Paradox

Die Parole „Hände weg von Twitter“ ist ausgegeben und es wird aus allen Rohren geschossen. Verteidiger sind ausgerechnet jene, denen Twitter nie schnell und hart genug gegen vermeintlichen Hass und Hetze vorgehen konnte. Nun schwingen sie sich zu Hütern und Verteidigern der Meinungsfreiheit auf wie die Süddeutsche Zeitung. Doch wer wird hier eigentlich vor Elon Musk in Schutz genommen? Stellt sich da die mediale Wache auf der Barrikade heldenhaft vor den machtlosen Kleinanleger, der seine Spargroschen in Twitteraktien in Sicherheit bringt? Die Aktie ist nicht gerade der Renner, und wie wir aus den verschnupften bis beleidigten Reaktionen auf Musks Angebot schließen können, soll sie das auch nicht sein. Man müsste schon Vanguard, BlackRock oder Morgan Stanley heißen, um die ideelle Kraft hinter dem schlechten Investment zu sehen. Und so heißen sie ja auch, die Top-Investoren. Vanguard hat seinen Anteil nach der Offerte Musks sogar noch erhöht, um im Notfall (eventuell) als „Weißer Ritter“ auftreten zu können. 

Zu allem Überfluss hat ein weiterer großer Aktionär von Twitter bereits angekündigt, Musks Angebot sei viel zu gering und er würde dankend ablehnen. Es handelt sich um den saudischen Prinzen Alwaleed bin Talal Al Saud. Ausgerechnet. Ein sieben Billionen Dollar schwerer Finanzdienstleister will also Twitter gemeinsam mit einem saudischen Prinzen vor der Absicht eines risikofreudigen südafrikanisch-amerikanischen Tech-Milliardärs „retten“, der Plattform Meinungsfreiheit zu verordnen, und die globale Linke applaudiert begeistert. Vor so viel dialektischer Ignoranz müsste selbst ein Stammtisch aus Mises, Marx und Mohamed sprachlos kapitulieren.

Wozu das alles?

Die Möglichkeit, Twitter wieder in einen Ort der freien Meinungsäußerung zu verwandeln, jagt der Chefetage der Plattform eine Heidenangst ein. Die Intransparenz der Firmenpolitik und die Macht über den Algorithmus, die Reich Musk unterstellt, möchte man selbst gern behalten. Man möchte die Plattform „sauber“ und Leute wie Trump draußen halten. Eine lächerliche Fassade angesichts der Tatsache, dass die Hamas, die KP Chinas, die russische Regierung und die iranischen Mullahs mit von der Partie sind und sich ausgerechnet saudische Investoren zu Beschützern aufschwingen.

Nein, Meinungsfreiheit ist kein Ziel, dem man sich im Board verpflichtet fühlt. Ebenso wenig dem wirtschaftlichen Erfolg. Es sind nicht die Shareholder, sondern die Stakeholder, die den Ton vorgeben. Und die haben noch viel vor mit Twitter. Es ist nur noch nicht klar, was genau die nächste Vernebelung sein wird, für die man „enthüllen oder verbergen“ muss, wie Reich es ausdrückte. Support the current thing, whatever it may be.

Auch gegen Musks „Plan B“, Twitter in kleineren Tranchen solange aufzukaufen, bis er über eine beherrschende Mehrheit verfügt, macht man gerade mit einem „Shareholder Rights Plan“ mobil. Für jede Aktie, die Musk erwirbt, gibt man dank dieser „Giftpille“ verbilligte Aktien an andere, genehmere Anteilseigner heraus. So verhindert man, dass Musk jemals genug Anteile erhält, um in dem Laden tiefe Furchen ziehen zu können. Doch das Gift wirkt natürlich auch auf Twitter selbst, denn der Kurs der Aktie würde durch die inflationierte Anzahl in den Keller gehen, was dem Ursprungsargument gegen die Übernahmen, Twitter sei viel mehr wert, den Wind aus den Segeln nähme. Dummerweise segelt das Narrativ schon heute nicht gut. Im Februar stufte die Abteilung für Anlagerecherche von Goldman Sachs die Aussichten für die Twitter-Aktie bei 30 Dollar ein. Ein Abschlag von 20 Prozent  zum damaligen Kurs.

Hier möchte ich Robert Reich noch einmal das Wort geben: „In Wirklichkeit würde diese Welt von den reichsten und mächtigsten Menschen der Welt dominiert, die niemandem gegenüber für Fakten, Wahrheit, Wissenschaft oder das Gemeinwohl verantwortlich wären.“ Streichen Sie nur die Konjunktive, liebe Leser, dann liegt die Causa Twitter aufgeblättert vor Ihnen. Sicher, Musk ist auch reich. Aber er gehört nicht zum Club und das gibt man ihm deutlich zu verstehen. Oder, um es so zusammenzufassen, wie es der User Erich Hartmann bei Twitter tat: „So let me get this straight: The progressive left is now rooting FOR Saudi Arabia, Wall Street, Vanguard/Blackrock and AGAINST free speech, liberty and the dude who makes electric cars and is going to Mars?“

Vielleicht wird Musk also demnächst folgenden Tweet absetzen: „Ich kaufe Twitter nicht, denn es IST die Truman Show!“

 

Erstveröffentlicht bei Die Achse des Guten


Autor: AchGut
Bild Quelle: Archiv


Mittwoch, 20 April 2022

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